23.07.2026

Kalt duschen, eiskalt trinken: Vier Hitze-Mythen, die gerade Älteren schaden

Manche vermeintlichen Hitze-Tipps werden seit Generationen weitergegeben. Bei einem genaueren Blick halten einige aber nicht stand. Vier verbreitete Annahmen und was wirklich hilft.

Kaum liegt die erste Hitzewelle des Sommers hinter uns, kündigt sich schon die nächste an. Für Ende Juni werden Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet. Im Juli und August dürften noch weitere Hitzeperioden dazu kommen. Höchste Zeit also, sich für die heißen Tage zu wappnen.

Die meisten Menschen haben dafür ihre eigenen Methoden. Ein kühles Getränk hier, die kalte Dusche dort oder vielleicht das Fenster nachts weit auf. Vieles davon stammt aus einer Zeit, in der man es eben so gemacht hat. Hinterfragt wird das in der Regel nicht. Manche dieser Verhaltensweisen sind harmlos. Anderes bringt den Kreislauf eher durcheinander, statt ihn zu entlasten. Gerade bei älteren Menschen, deren Körper auf Wärme empfindlicher reagiert, kann das zum Problem werden. Vier besonders hartnäckige Annahmen lohnen deshalb einen zweiten Blick.

Irrtum #1: Eine kalte Dusche kühlt am besten ab

Der Tag ist heiß, der Schweiß läuft. Eine kalte Dusche klingt da nach einer willkommenen Erfrischung. Hilfreich ist sie aber eher nicht. Denn der abrupte Wechsel von heiß zu kalt aktiviert den Kreislauf, und der Körper schwitzt hinterher oft umso stärker. Lauwarmes Wasser wirkt da schonender. Wer sich also zwischendurch erfrischen will, duscht sich am besten kurz lauwarm ab. Ein Tipp, den kaum jemand kennt: die Haut danach nicht ganz abtrocknen. Das verdunstende Wasser kühlt von allein nach, ganz ohne Anstrengung. Alternativ kann man auch feuchte Tücher auf Gesicht, Nacken und Unterarme legen. 

Irrtum #2: Tagsüber wenig trinken und abends nachholen

Diese Rechnung geht nicht auf. Flüssigkeit braucht der Körper dann, wenn die Hitze auf ihn einwirkt, also über den Tag verteilt. Eine kleine Wasserflasche, die man immer griffbereit hat, hilft dabei, regelmäßig zu trinken. Wer Wasser pur nicht mag, kann es mit frischen Minzblättern oder einer Scheibe Zitrone aufpeppen. Minze enthält Menthol, das die Kälterezeptoren stimuliert und so für ein erfrischendes Gefühl sorgt. Abends darf es ruhig etwas weniger werden, sonst reißt einen nachts der Gang zur Toilette aus dem Schlaf.

Irrtum #3: Eiskaltes Wasser erfrischt am meisten

Und wo wir schon bei Wasser sind: Dass kaltes Wasser besonders erfrischt, ist ein Trugschluss. Wie bei der kalten Dusche kurbeln sehr kalte Getränke die Wärmeproduktion des Körpers sogar an, wie das Bundesministerium für Gesundheit erklärt. Lauwarmes kann der Körper besser aufnehmen und ersetzt die verlorene Flüssigkeit schneller. Wer mag, greift zwischendurch zu einer Tasse warmer Brühe. Das klingt im Sommer ungewöhnlich, gleicht aber gezielt die Mineralstoffe aus, die beim Schwitzen verloren gehen. Dasselbe leistet auch ein gutes Mineralwasser mit hohem Magnesium- und Natriumgehalt. 

Irrtum #4: Ein Ventilator löst das Hitzeproblem

Ein Ventilator senkt die Raumtemperatur nicht, er verteilt die warme Luft nur. Auf der Haut kann der Luftzug zwar angenehm sein, doch viele ältere Menschen vertragen Zugluft nicht so gut. Hier kommt es aufs Augenmaß an: lieber zeitweise laufen lassen und nicht direkt auf den Körper richten. Effektiver ist es, die Wohnung selbst kühl zu halten. Das gelingt am besten nachts. Wenn die Außentemperatur sinkt, Fenster weit öffnen und Durchzug schaffen. Tagsüber dann Rollläden und Vorhänge geschlossen lassen, damit die Hitze gar nicht erst eindringt. Wer morgens früh lüftet und danach abdunkelt, hat den ganzen Tag mehr davon als von jedem Ventilator. 

Wer diese Irrtümer kennt, kommt deutlich gelassener durch den Sommer. Entscheidend bleibt, auf die eigenen Grenzen zu achten und bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat zu suchen.

„Hitze ist für ältere Menschen eine ernste Gefahr, die im Alltag oft untergeht. Wer allein lebt, hat niemanden, der nachfragt, ob genug getrunken wurde oder die Wohnung zu warm ist“, sagt Ben Staudt, Gründer von Patronus. „Dazu kommt, dass der Körper im Alter Wärme schlechter abgibt und sich langsamer abkühlt. Das passiert oft unbemerkt, bis es zu spät ist. Genau deshalb braucht es mehr Aufmerksamkeit, von Angehörigen, von der Nachbarschaft und von uns als Gesellschaft.“

Über Patronus

Patronus wurde 2020 in Berlin gegründet. Das Unternehmen bietet eine Sicherheits- und Begleitlösung für Senioren, bestehend aus einer mobilen Notruf-Smartwatch und einer Familien-App. Mit 25.000 aktiven Kunden und über einer halben Million beantworteten Notrufen ist Patronus heute digitaler Marktführer im mobilen Notrufsegment in Deutschland. Das Team umfasst 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für mehr Informationen: www.patronus-uhr.de